Ok

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies benutzen. Wenn Sie mit der Speicherung von Cookies auf Ihrem Computer nicht einverstanden sind, verlassen Sie bitte diese Seite oder deaktivieren Sie Cookies in Ihren Browsereinstellungen. Cookies werden sowohl für den ordnungsgemäßen Betrieb der Seite als auch zu Analysezwecken eingesetzt. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies finden Sie auch in den Datenschutzhinweisen.

Der_Nazi_der_Friseur_1_Paul_Holdsworth_Daniela_del_Pomar

nach dem Roman von Edgar Hilsenrath - Bühnenfassung von Judith Kriebel und Gerhard Seidel

Max Schulz, gelernter Friseur, macht in den 1930 er Jahren Karriere in der SS. Als Wachmann eines Konzentrationslagers tötet er mit eigener Hand seinen jüdischen Schulfreund Itzig Finkelstein und dessen ganze Familie. In der Nachkriegszeit nimmt er Itzigs Identität an, um sich der Verfolgung zu entziehen, und wandert nach Palästina aus. Max-Itzig, der Massenmörder, bringt es dort zum Untergrundkämpfer für den Staat Israel und zum geachteten Besitzer eines Friseursalons.
Der Nazi, der sich selbst zum Juden macht: Edgar Hilsenraths Romangroteske, die in deutscher Sprache erstmals 1977 in Köln erschien, nimmt eine verstörende Erzählperspektive ein. Hilsenraths Provokation, die Shoah aus der Sicht eines Täters zu erzählen, hat an Wirksamkeit nichts eingebüßt. Die Doppelgestalt des Massenmörders, der in die Haut seines Opfers schlüpft und davonkommt, rührt an Grundfragen von Ethik, Moral und Schuld.

Quelle: Vaganten-Bühne

Schüler-/Lehrerpreis: 8 Euro

Normalpreis: 14 - 16 Euro

 

Premierenecho v. 19.04.18:
" Wow. Einfach nur wow. Vielen Dank für einen der großartigsten Theaterabende. Sowohl inszenatorisch als auch dramaturgisch und schauspielerisch war das gestern phantastisch. Mit nur ganz wenigen Bühnenelementen ist es gelungen, die ganze Welt von etwa 1930-1950 erfahrbar zu machen. Der Zuschauer wurde sehr gut unterhalten, hatte aber immer wieder einen Kloß im Hals, wenn er sich klar machte, mit was für einer Nonchalance und Leichtigkeit Max Schulz über den Mord an Juden und Vergewaltigungen spricht und keinerlei Schuldbewusstsein zeigt. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hatte, dass die beiden (weltklasse!) Schauspieler keine Bühnensprache verwenden, sondern weitestgehend (teils recht derbe) Textpassagen aus dem Roman wiedergeben, konnte man der Handlung gut folgen und war immer wieder von den spielerischen Elementen begeistert, die aus dem Text entwickelt wurden. 

Das Stück ist absolut sehenswert und hochaktuell. Beispielsweise spricht ein Offizier von den Abgehängten, die gekommen sind, weil sie sich von Hitler ein besseres Leben erhoffen. Diese rund 50 Jahre alte Textpassage kann man unverändert heute so spielen und trifft damit 1:1 die Befindlichkeit zahlreicher Pegida-Anhänger und AfD-Wähler. Es ist sehr gruselig zu sehen, dass dieselben Mechanismen von damals wieder greifen und dass dieselben Argumente von damals zur Rechtfertigung des eigenen Handelns herangezogen werden. Das Stück zeigt ausgezeichnet, wie aktuell der Antisemitismus nach wie vor ist und mit welcher Grausamkeit und Unmenschlichkeit die Menschen vorgehen, die ihm verfallen sind.  [...] P.tarkowski
 

"Oliver Dupont und Andreas Klopp stellen in springlebendiger Wandlungsfähigkeit die erforderlichen Charaktere auf die Bühne (...) Das Ganze ergibt einen sehr eindrucksvollen Abend mit schauspielerischen Leistungen besonderer Finesse. Erneut wird dabei einem unauslöschlichen Abschnitt der deutschen Geschichte der Spiegel vorgehalten. (...) Viel Beifall für einen fesselnden, sehr anregenden Theaterabend."
Berliner Kulturnotizen, 20.04.18

 


  • Vaganten Bühne - Kantstraße 12a, 10623 Berlin – Vaganten-Bühne Charlottenburg
Kategorie: Theater
Erstellt vor 19 Tagen
Autor: Michael Kolbe

Anfahrt mit der BVG

13.11.2020
Sie sollten einige Minuten vor Veranstaltungsbeginn ankommen.
Datei Titel Größe Beschreibung Copyright
Der_Nazi_der_Friseur_1_Paul_Holdsworth_Daniela_del_Pomar 348.21 KB

EventManager 5.0.2 von Christian Flach